Schlagende Verbindungen

Im Gespräch über Studentenverbindungen fallen immer die Begriffe „schlagend“ und „nichtschlagend“.

Trotz aller Unterschiede hat  die große Gruppe der „schlagenden“ Verbindungen eines gemeinsam: Das akademische Fechten, das sich insbesondere deshalb deutlich vom Sportfechten unterscheidet, weil es eine leichte Verletzung –  den sog. „Schmiss“ – der Fechtenden zulässt.

Das macht den studentischen „Fechtkampf“, die so genannte „Mensur“, zu einer ganz besonderen Prüfung, die den Fechtenden ein hohes Maß an Selbstbeherrschung und Disziplin abverlangt und damit zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Sicher gibt es Studenten, denen unser Verbindungsleben gefällt, die sich aber den Herausforderungen der Mensur nicht stellen möchten. Wer diese Herausforderung jedoch annimmt, dokumentiert damit seine Einsatzbereitschaft für das Corps und für seine Corpsbrüder – auch in schwieriger Situation. Gerade das macht das Mensurprinzip für uns so wertvoll.

Die Mensur

Jeder Mensch erfährt Grenzsituationen, meist unfreiwillig, meist unvorbereitet, meist mit offenem Ausgang. Diese Situationen können immer und überall auftauchen, im Privatleben wie im Beruf – ein Leben lang. Die studentische Mensur ist eine solche Grenzsituation. Aber Du bist darauf gut vorbereitet. Du kannst die Situation beherrschen, Du musst es sogar, und Du wirst es. Intellektuell und emotional.

Unzählige Paukstunden hast Du die Bewegungsabläufe trainiert, wie Dein Gegenüber. Der Consenior hat diesen mit Bedacht ausgewählt, damit kein Ungleichgewicht zwischen euch besteht.

Die Mensur ist eine Auseinandersetzung mit zwei Siegern: Die Persönlichkeiten der beiden Paukanten! Und mehr noch, die Bindung zu Deinen Corpsbrüdern erlebt in diesem Moment eine neue Tiefe. Deine Corpsbrüder lassen Dich nicht allein in dieser Situation. Sie sind bei Dir, und ihre konzentrierte und positive Anspannung gilt Dir allein. Das spürst Du, und das schweißt zusammen. Wer dies erlebt hat ist gut vorbereitet auf das, was da kommt: Das Leben.